28 September 2006

Mücke


Mücke kenne ich aus der Sendung "von Null auf 42". Diese Sendung lief vor einigen Jahren und hat absolute Nichtläufer in einem Jahr zu Marathonis gemacht. Mit dabei war Mücke damals 60 Jahre alt und dick. Er durfte am Anfang nur schnell gehen, so schlecht war er drauf. Aber im Lauf des Jahres hatte er sich zu einem guten Läufer entwickelt. Auch ich spielte damals mit dem Gedanken, irgendwann mal einen Marathon zu laufen. Und Mücke hat mich dazu gebracht. Frei nach dem Motto "wenn der das schafft, schaff ich das auch". So war es dann, nur das ich noch die geheime Zielvorgabe hatte, meinen ersten Marathon schneller als Mücke zu laufen. Auch das habe ich geschafft.
Und wie ich jetzt so nach dem Marathon rumsteh und mich mit einem Berliner Ehepaar unterhalte, kommt Mücke auch dazu. Ich schau ihn mir genauer an und sag so vor mich hin: "Mensch, das ist doch Mücke!" Und er: "Na klar bin ick Mücke!" Der kleine Plausch von Läufer zu Läufer war schön. Mücke ist ein sehr netter Zeitgenosse, der auch offen über die Wehwehchen der Läufer spricht. Schade, dass er nicht all zu viel Zeit hatte. Noch immer hat er verschiedene Termine mit Laufgurus und Sponsoren. Und er wird auch immer noch zu den verschiedensten Laufevents eingeladen. Ich hoffe, ich treff ihn mal wieder.

Der Lauf


Im Startblock überkam mich erstmal die Gänsehaut. Klatschwellen liefen von vorne nach hinten und wieder zurück. Auch bei der Vorstellung der Topläufer war Superstimmung. Dann der Start. Unser Block startete 8 Minuten nach dem ersten Startschuss. Aber das ist ja kein Problem, dank Championchip. Wie immer war der Anfang des Marathons nicht mein Ding. Komisch, dass ich immer am Start schwere Beine habe. Trinke ich zu wenig? Wenn ich noch mehr vor dem Lauf trinke, komme ich ja gar nicht mehr aus den Büschen. So lief ich die ersten 20 km erstmal gegen meinen Schweinehund. Peter hielt sich dezent im Hintergrund. Mittlerweile weiß er, dass es mich nervt, wenn er knapp vor mir läuft oder mit mir redet. So hab ich ihn immer wieder gesucht, obwohl er immer ganz knapp hinter mir war. Das gab mir das Gefühl besser zu sein als er. Sehr gut!! Bei Km 28 - am wilden Eber - war ich dann auch endlich eingelaufen. Ab da lief es so richtig rund. Bin doch der Läufer der zweiten Hälfte. Ab jetzt war mein Motto: Jede Frau die ich überhole, ist auch in der Ergebnisliste hinter mir. Und es waren viele, die ich noch überholt habe!! Das Ergebnis ist bekannt. Ab Km 41 sieht man dann schon das Brandenburger Tor. Ich glaube das war mein schnellster Kilometer. Hand in Hand liefen Peter und ich in der Mitte(!) durch. Die letzte 195 m habe ich eigentlich gar nicht mehr wahrgenommen. Ich weiß noch, daß dort viele Zuschauer waren, laute Musik, Klatschen und Jubeln. Und das ich Tränen in den Augen hatte und Gänsehaut. Auch durchs Ziel liefen wir Hand in Hand. Es war ein toller Lauf. Es stellt sich für mich nur die Frage, wie würde ich laufen, wenn so ein Marathon abends wäre. Morgens ist einfach nichts für mich.
Aber eines weiß ich sicher: Das war nicht mein letzter Berlin Marathon.

Und hier wurde ich zum Zeitungstar: http://www.nn-peg.de/artikel.asp?art=552240&kat=35

26 September 2006

Splitter aus Berlin

Berlin war ne prima Sache.
Wir haben einige von den 170 000
Bananen gegesessen, wie Tausende anderer Marathonis auch in den Park gepinkelt und nach langer Anstrengung zwei der insgesamt 2700 Kilogramm schweren Medaillen ergattert. Glücklich und erschöpft sitzen Peter und ich im Ziel, verpackt in der Adidasplastiktüte und mit der Finishermedaille dekoriert. Wir haben lange die nicht enden wollenden Finisher beobachtet und das Flair einfach auf uns wirken lassen.Selbst zwei Tage nach diesem Erlebnis bin ich noch ganz im Bann des Berlinmarathon. Am liebsten würde ich jeden davon erzählen, doch leider interessiert sich meine Umgebung nicht wirklich dafür. Aber ich werde weiter meine Eindrücke sortiere und hier darüber erzählen: Über Haile und Mücke, Peter und mich und die vielen anderen Finisher. Ich ziehe vor jedem meinen Hut: Vor dem, der schnell war genauso wie vor dem, der langsam war; vor Jung und Alt, Mann und Frau, Rollstuhlfahrer und Handbiker, Inlineskater und Powerwalker. Denn alle haben nicht nur am Sonntag den Willen gehabt anzukommen, sondern hatten das ganze Jahr ein Ziel vor Augen und Disziplin bewiesen.

25 September 2006

zurück aus Berlin

Stolz und glücklich bin ich soeben aus Berlin heimgekommen. Das war ein Erlebnis!! Einfach der Wahnsinn mit so vielen Menschen gemeinsam zu laufen. Auch wenn man nicht wirklich sein Tempo laufen kann. Aber darüber ein andermal ausführlicher. Heute nur in aller Kürze: Ich bin gut angekommen, ohne Probleme und Schmerzen. Außer dem Üblichen, was man halt nach einem Marathon so hat. Ich bin bei 6076 im Ziel angekommenen Frauen immerhin 2477 geworden. Mein Ziel in der oberen Hälfte der Frauenwertung zu landen habe ich also erreicht. Und auch in meiner Altersklasse habe ich die oberen Hälfte erreicht. Dort wurde ich unter 1079 Finisherinnen 499te. Und das mit einer Zeit von 4:25:35 h. Eigentlich wollte ich ja vieeeeeel schneller sein, aber es einfach zu warm für mich. Dafür habe ich es endlich geschafft komplett durch zu laufen. Das ist ja auch schon was. In den ersten Marathons musste ich immer zwischendrin gehen. In Berlin habe ich nur an den Versorgungsstationen kurze Stopps gemacht.
Übrigens: Dies war mein 4. Marathon. Auch Haile Gebrselassie hat in Berlin seinen 4. Marathon absolviert. Er in persönlicher Bestzeit, ich leider nicht.

22 September 2006

Vorfreude

Beim 33. real,- BERLIN-MARATHON werden sich am 24. September 40.000 Athleten aus über 100 Nationen auf das Abenteuer Marathon einlassen. Das attraktive Start-Ziel-Gebiet zwischen Brandenburger Tor, Reichstag und Siegessäule liegt mitten im Herzen der Hauptstadt und bietet einen hervorragenden Service. Gänsehaut bekommen die Läufer nicht nur beim Durchlaufen des Brandenburger Tores kurz vor dem Ziel. Auf der Strecke werden Sie von einer Million Zuschauer gefeiert, an den zahlreichen Sehenswürdigkeiten spielen insgesamt über 60 Live-Bands, die die Teilnehmer mit ihren rhythmischen Klängen anfeuern. Dass die sehr flache Strecke ganz besonders schnell ist, beweisen die vielen persönlichen Bestzeiten sowie inzwischen fünf Weltrekorde.

Quelle:http://live.scc-events.com/events/berlin_marathon/2006/

So jetzt sind es nur noch zwei Tage bis zum Berlinmarathon. Langsam werde ich doch aufgeregt. Ich freu mich drauf wie ein kleines KInd, denn ich stell es mit toll vor mit so vielen Meschnen zu laufen. Außerdem denke ich ist durch Berlin laufen sowieso super. Und vielleicht schaffe auch ich eine neue Bestzeit. Und wen nicht, kann ich zumindest sagen: Ich war dabei!!

20 September 2006

Tapering

Habe heute die letzte Laufeinheit vor dem Marathon gemacht. Bin ganz locker gelaufen, allerdings fast etwas zu schnell. Es ist mir aber gar nicht so vorgekommen. Hoffentlich geht es mir am Sonntag nicht so wie bei meinem 16 Km Lauf in Forchheim. Da bin ich die Woche vorher auch gut unterwegs gewesen und habe dann im Wettkampf Bleibeine gehabt. Naja wenn die Ruhephase so abläuft wie letzte Woche, dann bin ich zufrieden. Da war die Superkompensation super, also eine super Superkompensation. Hab die Ruhetage diese Woche beim Laufen wirklich gemerkt.
Am Sonntag soll ja bestes Laufwetter sein. Kein Regen und bis zu 26 °C. Ein bißchen kühler könnte es sein, aber ich denke die Wärme kommt erst am Nachmittag und da wollte ich ja schon fast am Brandenburger Tor sein. Frei nach dem Motto: Berlin Berlin ich laufe durch Berlin.

14 September 2006

... läuft gut

Nach zwei ruhigen Läufen habe ich gestern noch einen "fast zu" schnellen Lauf gemacht. Es hat sich einfach so ergeben. Zuerst musste ich unbedingt diesen megalangsamen Läufer vor mir einholen und dann natürlich einige Meter gut machen. Aber tatsächlich hat ihn doch der Ehrgeiz gepackt als ihn eine Frau überholte. So kam er doch wieder näher, was aber wiederum meinen Ehrgeiz weckte und ich einfach nochmal Tempo gemacht habe. Auf dem Rückweg kam mir dann Peter entgegen, der mich "abholen" wollte. Es lief gut und so haben wir das flotte Tempo beibehalten. Habe mich danach wirklich gut gefühlt.

Jetzt sind es nur noch 10 Tage bis zum Berlinmarathon.

10 September 2006

...läuft wieder...

Habe gestern endlich einen langen, langsamen Lauf gemacht. Über 3 Stunden, über 30 km und am Anfang ganz schön bergig. Vormittags war es noch relativ kühl und die Strecke im Schatten. Je länger ich lief, umso wärmer wurde es und es gab keinen Schatten mehr. Aber die Strecke wurde auch flacher. Habe mich gut gefühlt, obwohl gegen Ende die Beine etwas schwer wurden. Da habe ich dann doch die Berge der ersten 7 Km gespürt. Vielleicht hatte ich etwas wenig zu Trinken dabei. Heute geht es mir ganz gut. Klar merke ich den langen Lauf. Aber da ging es mir diese Woche nach kürzeren Läufen schon schlechter. Noch zwei Wochen bis zum Berlinmarathon. Diese Woche werde ich schon deutlich weniger Laufen. Nicht nur wegen des Marathons. Habe diese Woche auch nicht so viel Zeit. Werde aber das Beste daraus machen.

05 September 2006

... und läuft nicht

Nach zwei Nächten drüber schlafen, bin ich jetzt einfach dazu übergegangen den Lauf als Trainingslauf zu bewerten und mich nicht mehr über die Zeit zu ärgern! Je länger ich darüber nachdenke: Ich war selber schuld. Hatte vorher einfach zu wenig getrunken. Und das war wohl das Übel. Zum Glück habe ich kurz vorher noch einen Powerriegel gegessen, sonst wäre ich unterwegs nicht nur fast verdurstet sondern auch noch verhungert. Naja, man lernt nie aus. Das Bild zeigt mich beim Zieleinlauf. Da schau ich eigentlich ganz gut aus. Gefühlt habe ich mich deutlich schlechter.
Heute habe ich einen sehr langsamen Hügellauf gemacht. Aber eigentlich nur, weil es nicht schneller ging. Macht ja nichts, schadet nicht, ob es was gebracht hat wird sich zeigen. Werde morgen dann nochmal die gleiche Strecke laufen, vielleicht läuft es dann ja schon wieder besser.

Quelle: firstfotofactory

03 September 2006

16 km Lauf beim fränkischen Schweiz Marathon

Heute bin ich die 16 km beim fränkischen Schweiz Marathon mitgelaufen. Die Zeit war recht ordentlich. Ich bin immerhin 34. von 75. Frauen geworden. Also noch in der oberen Hälfte. Aber so richitg zufrieden bin ich nicht mit mir. Da trainiere ich die ganzen letzten Wochen mit Super-Gefühl und Zeiten und im Wettkampf schaffe ich es nicht, sie zu bestätigen. Schade. Ich glaub ich verlange zu viel von mir. Habe schon die Nacht vorher nicht richtig schlafen können. Aufgeregt wie vor dem ersten Wettkampf. Komisch, das hatte ich schon lange nicht mehr.
Das Wetter war bestes Laufwetter: bedeckt, 20° C und Rückenwind. Was will man mehr. Die Strecke war fast eben, also auch hier eigentlich kein Problem. Bis Kilometer 5 war auch alles ganz gut. Ich konnte zwar nicht ganz den erhofften Schnitt laufen, war auf einer guten, vor allem zufriedenstellenden Endzeit. Aber irgendwie wurden meine Oberschenkel immer schwerer und entsprechend langsamer wurde ich. Habe zwar immer wieder Läufer überholt und wurde auch gar nicht von so oft von anderen überholt, aber es lief einfach nicht. So bin ich mit einer 1:32:38 ins Ziel gekommen. Irgendwie nicht das Wahre. Aber lieber heute so als in drei Wochen beim Berlinmarathon.