28 September 2009

Ein herrlicher Spätsommer ...

... Laufwetter pur. Langsam wird es Herbst. Nicht nur, dass es schon kurz nach 19 Uhr dunkel wird, langsam werden auch die Bäume bunt.










Allerdings ist der Baum bei "meiner" Bank noch nicht bunt (Bild rechts).
Auf der "Großen Koppe" hat der Herbst aber schon Einzug gehalten (Bild oben).

Letzte Woche nach dem Berlin Marathon habe ich etwas langsamer gemacht. Nur zwei Laufeinheiten und einmal geradelt. Ansonsten regeneriert, nichts gemacht, faul gewesen. Ist mir aber schon ein bisschen schwer gefallen.
Diese Woche werde ich das Wetter aber wieder ausnutzen. Heute habe ich eine herrliche Laufeinheit durch die herbstlichen Felder gemacht. Mittlerweile ist auch der letzte Mais gehäckselt, die Wiesen werden ein letztes Mal gemäht, Felder umgepflügt. Irgendwie kommt die Natur zur Ruhe. Und gerade heute hatte man eine herrliche Weitsicht. Da schweift der Blick und die Gedanken. Eine herrliche Zeit.

22 September 2009

Berlin Marathon

Eine Million Trinkbecher, 145 000 Bananen, 40 500 Schwämme, 5900 Helfer, 2780 Kilogramm Medaillen und 250 Liter Massageöl. Etwa 70 Musikgruppen am Streckenrand, 565 Einsatzkräfte verantwortlich für die medizinische Versorgung, davon 380 Physiotherapeuten, 14 Versorgungstationen und 50 000 € Preisgeld. Das sind die offiziellen Zahlen des 36. real,-Berlin-Marathon.


Noch mehr gefällig: Man spricht von fast 42 000 Läufern, 35 033 strahlenden Siegern einer Million Zuschauern und über 600 000 Fotos. Handbiker, Rollifahrer und Skater sind da aber nicht dabei. Es war der zweitheißeste Berlin Marathon, der heißeste war
2006, da war ich auch dabei.



Selbst zwei Tage nach dem Lauf stehe ich noch in dessen Bann. Wie schon vor drei Jahren muss ich sagen, es war ein tolles Erlebnis. Diese Mal war es aber wirklich mein Marathon. Aber mal von vorne:



Haile Gebrselassie wollte, wie schon die beiden Jahre zuvor, neuen Weltrekord laufen. Ich denke es ist bekannt, dass er das nicht geschafft hat. Was aber der Stimmung keinen Abbruch tat, wie man oben auf dem Bild bei der Marathonparty sieht. Ich weiß gar nicht, wie viele Läufer ich gesehen habe mit dem Schriftzug "Haile ankommen", jeder hätte es ihm gegönnt, da bin ich mir sicher.
Mein Ziel in Berlin war, wie schon so oft, endlich meine Marathonzeit zu verbessern. Es wird immer erzählt, wenn man seine Marathonzeit verbessern möchte, dann in Berlin. "Flach" und "eben" ist angeblich dort erfunden worden. Warum sollte es dann aus-
gerechnet bei mir hier nicht funktionieren.

Doch die Wettervorhersage prophezeite nicht wirklich mein Laufwetter. Vorgenommen hatte ich mir einen Schnitt von 5:40 min/Km, durchlaufen und an den Versorgungstationen nicht zu viel Zeit verlieren. Ein bisschen skeptisch war ich schon ob der Zeitvorgabe, denn die bedeutete eine Endzeit von 3:59 h. Ein bisschen hochgegriffen, aber ich wollte wenigstens die seit fünf Jahren in Stein gemeißelte Zeit von 4:15 h unterbieten.
Los ging's mit Gänsehautfeeling, das auch auf der Strecke immer wieder auftauchte. Von den Sehenswürdigkeiten ist mir fast nichts in Erinnerung geblieben. Das Rote Rathaus habe ich nicht gesehen, an den Wilden Eber kann ich mich erinnern, denn dort zu laufen ist der Wahnsinn. Und die Gedächtniskirche habe ich wahrgenommen. Allerdings nur, weil ich mir dort, bei Km 35, überlegt habe, dass mir die Hitze überhaupt nichts ausmacht. Ich war erstaunt über mich selbst und immer noch im 5:40 min/km-Schnitt unterwegs. Rufe, wie "jetzt schaffst du den Rest aber auch noch", habe ich mitbekommen und mir dabei gedacht "Mensch, du weißt ja gar nicht wie super ich unterwegs bin". Ab Km 38 bin ich dann ein bisschen langsamer geworden, aber das hat mir nichts ausgemacht. Denn mir war klar, dass ich eine tolle Zeit schaffe.

Im Ziel stoppte meine Zeit bei 4:00:55 h. Mit dieser Zeit hatte ich dann doch nicht gerechnet. Auch wenn keine drei davor ist, ich bin stolz auf mich. Und für die 56 Sekunden auf die 3:59 h werde ich wohl nicht wieder fünf Jahre brauchen.
Und wieder ein paar Zahlen: das war ein Schnitt von 5:42 min/Km, was eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 10,51 Km/h bedeutet. Ich bin im Gesamtklassement 14 749te geworden, 1503te bei den Frauen und 321te in meiner Alterklasse.

17 September 2009

20 Jahre grenzenlos laufen ...

... der 36. real,-Berlin-Marathon.

Für alle Beteiligten war es ein überwältigender Moment als am 30.9.1990 rund 25.000 Marathonläufer erstmals durch das Brandenburger Tor liefen. Vor diesem Hintergrund steht der 36. real,- Berlin-Marathon in diesem Jahr unter dem Motto „20 Jahre grenzenlos laufen“.

Am Sonntag ist es wieder soweit und das seit langem ausverkaufte Starterfeld von 40.000 Teilnehmern begibt sich in diesem Jahr eine Woche früher als gewohnt auf die traditionellen 42,195 Kilometer durch Berlin. Und wie schon 2006 bin ich wieder mit dabei.

Der letzte Trainingslauf ist absolviert, Laufschuhe und Chip liegen bereit. Es muss nur noch Samstag werden, denn da geht es los nach Berlin, Marathonluft schnuppern. Dann gibt es Nudeln und Nadeln. Laut Veranstalter werden rund 7500 Kg Nudeln bei der Marathonmesse über den Tresen gereicht und zur Befestigung der Startnummer 272.000 Sicherheitsnadeln ausgegeben.

Am Sonntag werde ich ...
... mit 40.000 anderen "Laufverrückten" erst den Regenwald retten ...
... dann durch Berlin laufen ...
... mit dem ein oder anderen fachsimpeln ...
... neue Läufer kennenlernen ...

...mit Haile Gebrselassie im gleichen Lauf sein, wie 2006 auch. Der Äthiopier will seinen Weltrekord vom letzten Jahr noch einmal steigern, hat aber Konkurrenz bekommen: Duncan Kibet aus Kenia. Und das soll dramatisch werden. Den Artikel dazu findet ihr hier.

11 September 2009

Retten Läufer den Regenwald?

Folgenden Artikel habe ich kürzlich gefunden:

Umweltschutz-Kampagne: „Pinkelt beim Duschen“

São Paulo (dpa) – Die Umweltschutzorganisation SOS Mata Atlântica fordert die Brasilianer derzeit in einer Kampagne zum „Pinkeln beim Duschen“ auf. Damit soll der Wasserverbrauch gesenkt und die Umwelt geschont werden.
„Xixi (Pipi) no Banho“ heißt die Kampagne, die mit
Comic-Videoclips und einem eigenen Internetauftritt (www.xixinobanho.org.br) wirbt.
„Die Umwelt freut sich über die gesparte Wassermenge. Jede Toilettenspülung verbraucht etwa zwölf Liter Wasser. Bei nur einer Spülung pro Tag macht das 4380 Liter im Jahr“, kalkulierte die Organisation, die für den Schutz des bedrohten atlantischen Regenwaldes (Mata Atlântica) in Brasilien kämpft. Allein in São Paulo könnten so 1500 Liter Wasser gespart werden – pro Sekunde.
Wer hygienische Bedenken hegt, den beruhigen die Organisatoren:
„Xixi besteht zu 95 Prozent aus Wasser und zu 5 Prozent aus anderen Substanzen wie Harnstoff und Salz.“ Dennoch sei es ratsam, schon bei Beginn des Duschens Wasser zu lassen.
In dem kurzen Comic-Strip werden Männer, Frauen, Kinder, Basketballspieler, Musiker, Geister und Außerirdische lustig pinkelnd hinter dem vorgezogenen Duschvorhang gezeigt. Die musikalische Botschaft der seit Mai laufenden Aktion lautet: „Pinkelt beim Duschen. Rettet den Atlantischen Regenwald.“



Warum ich das hier veröffentliche? Habt ihr euch mal überlegt, wieviel Wasser wir Läufer sparen? Nicht weil wir beim Duschen in die Wanne pinkeln, nein. Denkt mal daran, wie oft ihr beim Training, vor oder während eines Wettkampfes in die Büsche oder aufs Dixieklo geht. Oder wie auf dem Bild oben, beim Nizza-Marathon, als die Läufer einfach ins Meer gepinkelt haben. Wir Läuferinnen taten uns da etwas schwerer, dafür waren die Schlangen vor den Dixieklos männerfrei.
Da sage ich: "Auf geht's zum Regenwald retten, laufen wir los. Denn als Sportler kann man ja nicht immer einen Kasten Bier trinken um den Regenwald zu retten."

So keep on Running!

Hier noch eine kleine Dixie-Auswahl. Selbst fotografiert bei diversen Laufveranstaltungen.

07 September 2009

Fränkischen Schweiz Marathon: Gelungen

Gestern meinte es der Wettergott (fast) gut mit mir. Bewölkt, 18°. Laufwetter, wie für mich gemacht. Na nicht ganz, denn um die Mittagszeit kam dann doch die Sonne gnadenlos durch. Aber da hatte ich nur noch 5 Km vor mir.
Es ist schon komisch, wenn man seine Startzeit nicht weiß. Als zweite Läuferin der Staffel hatte ich nur eine vage Zeitangabe meiner Mitläuferin Marion: "So 1:30 h werde ich schon brauchen." Start um 9 Uhr in Forchheim, d.h. gegen 10:30 Uhr geht es dann für mich in Ebermannstadt los.
Ab 10 Uhr kommen schon die ersten Staffelläufer an, Gewühle in der Wechselzone, ich beobachte das ganze vergnügt, habe ich ja noch ca. 30 Minuten Zeit. Pünktlich um halb elf läuft Marion in die Wechselzone.
Ab jetzt läuft meine Zeit. Meine Marschtabelle lautet ein 5:24er Schnitt, Endzeit 2:20 h maximal. Ich wollte aber eher eine 2:18 auf der Uhr stehen haben, trotz der schwierigen Strecke. Von Anfang an konnte ich locker und leicht laufen und hatte nie irgendwelche Probleme. Bei Km 5, 10 und Km 15 war ich zwei Minuten unter der angestrebten Zeit, was mich sehr zuversichtlich stimmte, falls ich doch das Tempo nach hinten nicht halten kann. Den Halbmarathon habe ich in Bestzeit gelaufen und ab da war es nur noch pure Freude über das schon Erreichte.



Fünfhundert Meter vor dem Ziel wartete meine Staffelpartnerin Marion, um mich ins Ziel zu begleiten. Bei 2:18:56 h blieb meine Uhr stehen. Der Wahnsinn.

Eigentlich hatte ich ja vor dem Lauf noch überlegt, dass ich mich nächstes Jahr doch einmal an die volle Distanz beim Fränkischen Schweiz Marathon traue. Ich muss ganz ehrlich sagen, als ich bei meinem vorletzten Kilometer, für mich Km 25, den Berg hochlief ... Nein, bei Km 41 will ich den nicht hochlaufen. Und auch die ganzen anderen Wellen auf der Strecke. Der FS-Marathon mag ein schöner Landschaftslauf sein, aber ich finde ihn sehr anspruchsvoll. Außerdem wohne und trainiere ich in der Fränkischen Schweiz, da muss ich dann nicht auch noch einen Marathon laufen. Da laufe ich lieber da, wo ich die Gegend nicht kenne.
Aber die kürzeren Distanzen, sei es allein oder in der Staffel, werde ich weiterhin laufen. Und wenn es, wie dieses Mal, eine reine Standortbestimmung ist, auf dem Weg zu einem (Berlin-)Marathon oder als Training unter Wettkampfbedingungen.

Und hier habe ich noch die Bildergalerie des Weissen Rings, für den ich gestartet bin. Ich habe ein tolles Team vorgefunden und war stolz darauf, hier starten zu dürfen. Von den neu geknüpften Laufkontakten ganz zu schweigen.

04 September 2009

Fränkischer Schweiz Marathon

Noch zwei Tage, dann ist es soweit. Ich starte beim Fränkischen Schweiz Marathon.
Wobei ... ganz richtig ist diese Aussage nicht. Denn nehme dort am Staffelwettbewerb teil.

Beim FS-Marathon kann man zwischen verschiedenen Strecken wählen. Diesmal werden 16 km, die Staffel mit 16 und 26 Km und der Marathon angeboten. Mittlerweile laufe ich dort zum dritten Mal. 2006, bei meinem ersten Start, bin ich die 16 Km von Ebermannstadt nach Forchheim gelaufen. 2007 gab es an Stelle der 16 Km eine 26 Km Strecke, an der ich mich erfolgreich versucht habe. Dieses Jahr wird als Einzelstrecke wieder die kurze Distanz angeboten. Aber so als Vorbereitung auf den Berlin-Marathon wollte ich doch ein bisschen was längeres laufen. Also kam nur die Staffel in Frage. Da aber auch Peter die 26 km laufen wollte, hatten wir ein Problem: Wer läuft vornweg die 16 Km?? Dank gut geknüpfter Laufkontakte beim Frankenweglauf haben wir schnell Mitläufer gefunden und starten auch noch für einen guten Zweck: den Weissen Ring.