26 November 2009

Laufen, Radfahren und Planen

Diese Woche sind ja wirklich herrlich Laufbedingungen. Nicht wirklich Novemberwetter eher wie im Frühjahr. Da kommt so gar keine Weihnachtstimmung bei mir auf.

So habe ich gestern auch das Lauftraining ausfallen lassen. Ja, fast unvorstellbar, aber es war so herrlich , sonnig und warm, dass es mich aufs Rad gezogen hat. Ich habe eine Tour durch das Klumpertal gemacht. Trails, Schotterwege bergauf, bergab, kurzum: mit allem was dazu gehört. Mittlerweile schaff ich es ja auch, nicht mehr vom Rad zu fallen. Und ich habe es nicht bereut, obwohl ich gestern von oben bis unten voller Dreck war.
Montag habe ich einen "One Way"- Lauf gemacht. Also nicht wie sonst, von zu Hause aus loslaufen und irgendwann dort wieder ankommen. Nein, ich bin mit Peter ein Stück mitgefahren und bin dann die 16 Km nach Hause gelaufen. War auch mal wieder schön. Und heute habe ich auch schon wieder 20 Km hinter mir, in einem 6er Schnitt. Die Grundlagen werden im Winter gelegt, heißt es ja immer.
Ein bisschen Wettkampfplanung habe ich auch schon wieder gemacht. Am 2. Weihnachts-feiertag laufe ich den "Gänsebraten-Vernichtungslauf". Da war ich letztes Jahr auch schon dabei. Zum Jahresausklang der Silvesterlauf in Nürnberg, da habe wir bis jetzt nur einen wegen Glatteis verpasst. Da ist nochmal Anstrengung vor dem Feiern angesagt.
Mittlerweile habe ich auch für den Rodgau-Ultra gemeldet. Da ich es diese Jahr nicht geschafft habe einen reinen 50 Km Lauf zu machen, war dies natürlich ein klar definiertes Ziel für 2010. Und im Blog von Marco habe ich gelesen, dass er Mitläufer sucht. Da ich ein spontaner Mensch bin ... gesagt, getan, angemeldet. Und im Netz ist es schon verkündet. Gemeldet habe ich auch schon für die 25 km in Berlin. Der Anfang ist getan, alles andere wird sich ergeben. Auch diese Jahr habe ich viele Wettkämpfe ganz spontan gemeldet und so werde ich es im nächsten Jahr wohl auch wieder machen.

20 November 2009

Achim Achilles

Ich kann nicht anders. Ich muss einfach über ihn schreiben. Schließlich kann ich ja nicht immer nur über mich und meine Läufe schreiben.
Über wen? Ach ja, über Achim Achilles. Das ist keine Fantasieperson, den gibt's wirklich. Immer wieder lese ich mit Begeisterung auf Spiegel Online die Achilles Verse. Einfach köstlich, hintersinnig, witzig. Ich bin ein wahrer Fan von Achim Achilles, klar, dass ich alle Bücher von ihm gelesen habe und natürlich auch besitze.

Im Moment beschäftigt er sich doch tatsächlich damit, ob "sich quälen" Spaß macht. Aber lest selber:

Achim-Post 14/2009:
"Liebes Läufervolk,

das Problem am Laufen ist nicht etwa das gelegentliche Training, die Knarzhüfte oder der hässliche lila Schädel, nein, das Problem wiegt schwerer: Laufen ist wie Fenchel, Sellerie oder Gurkenpüree – schrecklich gesund. Ob Depressionen oder Krebs-Therapie, fast immer hilft Laufen, zumindest ein wenig. Dabei haben wir doch gelernt, dass nur die ungesunden Sachen wirklich Spaß machen: Fahrrad ohne Helm, totes Tier vom offenen Feuer oder drei Sturzbier nach dem Training. Stimmt eben nicht: Auch unsere neuen Freunde vom Laufclub 21 beweisen: Ein bisschen Quälen macht Spaß und hilft dem Selbstwertgefühl immens, gerade im grauen November.
Und jetzt: runter vom Sofa und rein in die Schlammlöcher,

Euer Achim"

17 November 2009

Lauffaul und doch eine abwechslungsreiche Woche

Wie die Zeit vergeht. Der letzte Post ist tatsächlich schon wieder über eine Woche her. Jetzt bin ich nicht nur lauffaul sondern auch noch schreibfaul ...
Nein, meine Minikrise hab ich überstanden und hoffe einmal mehr, dass sie mich gestärkt hat. Wobei zu der Krise wohl auch die Erkältung beigetragen hat. Ich habe mich so richtig schlapp gefühlt und Montag und Dienstag keine Lust zum Laufen gehabt.

Seit Mittwoch ging es dann aber wieder aufwärts. Schon war ich wieder in den Laufschuhen und bin meine momentane Lieblingsstrecke gelaufen: ein welliger Schotterweg am Bach entlang. Am Donnerstag dann konnte ich mir so gar nicht vorstellen, eine der gewohnten Strecken zu laufen. Ein Bekannter hatte mir vor Wochen vom Hubertussteig erzählt, ein herrlicher Trail zum Mountainbiken. So habe ich beschlossen, diesen in den Laufschuhen zu erkunden. Der Untergrund war sehr glitschig und matschig, aber das Trailrunning war eine gute Alternative und hat Abwechslung in den Laufalltag gebracht. Zum Laufen ein herrlicher Trail, zum Biken .. da muss ich noch ein bisschen üben.
Freitag war dann Mountainbiketag. Auch da hat es mich in den Wald gezogen. Zwei Stunden bergauf, bergab, dreckig von oben bis unten, aber nach zwei Stunden glücklich und zufrieden.
Samstag haben wir dann einen unfreiwilligen langen Lauf gemacht. Lust hatten weder Peter noch ich, aber Samstag ist Lauftag. So wollten wir eigentlich nur eine kleine Runde drehen, aber vor lauter Reden haben wir die Abzweigung für den Rückweg verpasst. Als wir das feststellten waren wir aber schon so weit, dass sich Umdrehen nicht mehr gelohnt hat. So wurde es doch der Samstagszwanziger. Unfreiwillig, aber gut. Am Sonntag habe ich dann nur einen "kurzen" Lauf gemacht. So als Wochenabschluss noch schnell 14 Km. Gestern dann ein Ruhe-, besser ein Wellnesstag. Es hat in Strömen geregnet. Richtig graues Novemberwetter nur für "die Jahreszeit zu warm". Und heute habe ich schon wieder einen lockeren Hügellauf hinter mir. Es hat so viel Spaß gemacht, dass der Lauf wieder einmal länger wurde als geplant. Die Minikrise ist überwunden, die ersten Pläne für das Jahr 2010 habe ich auch schon. Und dafür gilt es zu trainieren.

09 November 2009

Die Luft ist raus

Ich hätte es ja nie geglaubt, wenn mir das vorher einer gesagt hätte. Aber seit dem New York City Marathon ist bei mir die Luft so richtig raus. Eigentlich wollte ich letzten Donnerstag schon wieder Laufen -Auslaufen oder Einlaufen - aber ich hatte keine Lust. Etwas, was ich gar nicht von mir kenne. Übers Wochenende hat mich dann auch noch ein Erkältung erwischt, so dass ans Laufen gar nicht zu denken ist. Aber normalerweise versuche ich dann trotzdem ein bisschen zu laufen. Aber nichts. Ich habe es richtig genossen, mal nichts zu tun. Dran gewöhnen werde ich mich da wohl nicht können, will ich auch gar nicht, aber man kann daheim alles mit mehr Ruhe machen. Jetzt werde ich mich mal auskurieren, hoffe aber gegen Ende der Woche wieder fit zu sein. Wobei mich das Rad fast mehr reizt als der Laufschuh. Und wenn ich die 3000 Km bis zum Jahresende nicht schaffe, ist das auch egal. Schließlich brauche ich für 2010 ja auch ein Ziel.

04 November 2009

New York City Marathon: nach dem Lauf

Meine Freude darüber war riesig. Ganz besonders stolz habe ich meine Medaille in Empfang genommen und habe ein Finisherbild machen lassen. Beim Abrufen der Zwischenzeiten dann ein Glänzen in den Augen, ein Grinsen im Gesicht, dass größer nicht geht. Dort stand nach 26,2 Meilen ein 4:00:00 h. Gut, wieder keine drei davor, aber immerhin, es ist ja New York. Und ich bin in der zweiten Hälfte an den Versorgungstationen gegangen, um in Ruhe zu trinken. Was wäre in Berlin möglich gewesen bei solchen Bedingungen. Was wäre in New York drin gewesen, wenn ich an den Versorgungstationen nicht „getrödelt“ hätte bzw. schon viel früher erkannt hätte, welche Zeit ich laufen könnte.
Mein Grinsen wurde allerdings noch viel größer (das ging wirklich noch) als ich am Montag die New York Times aufschlug und mein Ergebnis las. Keine 4:00:09 h, keine 4:00:00 h, nein, eine 3:59:58 h. Endlich eine drei davor … dabei kann man(n) in New York keine Bestzeit laufen, frau aber schon.

Man(n) kann in New York keine Bestzeit laufen …

Warum? Der Stadtkurs gilt als einer der schwierigsten Marathonkurse der Welt. Durch seine vielen Brücken und den welligen Central Park sind in New York 390 Höhenmeter zu bewältigen. Schon beim Start auf der Verrazano Bridge müssen 65 Höhenmeter bewältigt werden. Nachdem ich ja beim Berlinmarathon endlich meine Marathonzeit verbessert hatte, wollte ich den Lauf in New York einfach nur genießen und hatte mir als Zielzeit eine 4:15 h ausgegeben. Ein bißchen Ehrgeiz sollte dann doch mit dabei sein. Außerdem war absolutes Kerstin-Laufwetter: 12°, bedeckt, der leichte Niesel, der morgens noch war, hatte aufgehört.

Startschuss: auch unten auf der Brücke zu laufen ist toll, allein des Blickes auf Manhattan wegen. Und dann gings hinein nach Brooklyn. Da wird man als Läufer regelrecht eingesaugt. Und spätestens hier wußte ich, dass es kein Fehler war in New York zu melden. Die Stimmung ist einfach einmalig. Die Zuschauer in Dreierreihen, angeblich hundert Bands an der Strecke, zumindest permanent laute Musik und wenn auch nur von der Konserve. Gelaufen bin ich mit Gänsehaut, ganz nah an den Zuschauern, damit ich die vielen großen und kleinen, schwarzen und weißen Hände abklatschen konnte. Ich wußte, dass ich zu schnell unterwegs war, aber ich konnte nicht anders. Ich wurde getragen, das Laufen ging von alleine. Ich wußte auch, dass ich dem Tempo früher oder später Tribut zollen musste. Noch dazu, wo die zweite Hälfte des New York Marathons die schwierigere Hälfte ist. So war’s dann auch. Ab Meile 16 konnte ich meinen Anfangsschnitt nicht mehr halten, aber ich war gut unterwegs, die 4:15 h fest im Auge. Einmal mehr stellte ich fest, dass 26,2 Meilen einfacher zu laufen sind als 42,195 Km. Ich weiß, dass klingt komisch, aber es ist eine reine Kopfsache. Bei 26,2 Meilen gibt es keinen Km 35 wo „der Mann mit dem Hammer“ kommt. Und bei welcher Meile er kommt, weiß ich nicht. Und so sind es dann halt auch keine 7 Km mehr bis ins Ziel sonder nur 4 Meilen. Klingt doch viel kürzer …

So habe ich allerdings auch erst bei Meile 25 realisiert, dass die 4 h nicht nur im Machbaren, sondern im Erreichbaren liegen. Das mir da Flügel gewachsen sind, muss ich nicht schreiben, oder? Im Ziel, ich war einmal mehr nicht fähig meine Stoppuhr richtig zu bedienen und stoppte eine Zwischen- anstatt die Endzeit, zeigte meine Uhr eine 4:00:09 h – Bestzeit!!
... frau aber doch!

New York City Marathon: vor dem Lauf

Als die „Registration Card“ per Mail kam, ahnte ich schon, dass die fünfstellige Zahl wohl meine Startnummer bedeutete. Erst einmal war ich enttäuscht. Vor zwei Jahren hatte ich die tolle Nummer F 4744, diesmal die 38244. Damals durfte ich unten den besten fünftausend Frauen starten, oben auf der Verrazano Bridge. Die Diesjährige bedeutete grüner Bereich und unten auf der Brücke.
Außerdem stellte ich fest, dass der Kick „New York City Marathon“ weg war. Ich betrachtete diesen Marathon wie jeden anderen auch. Und so stellte ich mir teils auch die Frage, warum ich mir das antue, drei Stunden vor dem Start im Startbereich „rumzuhängen“. Gut in New York ist es vor dem Start schon anders als bei anderen Marathons. Frühstück, Gottesdienst, Rockband und zig verschiedene Typen, teils wild vekleidet, und Nationen.

Belustigt beobachtete ich die verschiedenen Techniken des Warm- und Trockenhaltens. Ich hatte den Eindruck noch immer bei der Halloweenparade vom Vortag zu sein. Und mit der Zeit kam dann doch das „New York City Marathon“-Feeling: Vorfreude und Aufregung. Es ist doch was anderes in New York zu starten als in Berlin. Auch Berlin hat sein eigenes Flair. Aber New York … nicht umsonst heißt es, wer Marathon läuft muss einmal in New York gelaufen sein. Allerdings muss man diese Massen auch mögen.