31 Mai 2011

Einfach keine Lust

Heute habe ich einfach keine Lust. Schon gestern viel mir das Laufen sehr schwer, was aber bestimmt auch an der Witterung lag. Es war mir einfach zu heiß. Heute ist es kühler, es hat ein bisschen geregnet. Eigentlich wollte ich laufen,schon wegen der Monatsbilanz. Aber nur deswegen??
Diese Woche habe ich - Himmelfahrt sei dank - ein langes Wochenende. Da habe ich genug Zeit zu laufen. Also muss ich heute nicht! Am Donnerstag und Freitag möchte ich mal wieder "was längeres" laufen. Schließlich steht
Biel an. Am Sonntag laufe ich dann beim Metropolmarathon mit dem Laufclub 21. Im Moment möchte ich es so machen, wie in Würzburg. Einen Halbmarathon, ganz langsam.
Bei meinem Lauf gestern habe ich die ersten Kornblumen gesehen, Mohnblumen und Lupinen blühen schon lange. Die Grillen zirpen. Es ist wie im August. Obwohl es sehr trocken ist, genieße ich jeden meiner Läufe. Wer weiß wie das Wetter im Sommer wird. Und wenn es im August regnet, kann ich zumindest sagen, ich habe das Frühjahr genossen. Auch wenn es das trockenste und wärmste Frühjahr seit der Wetteraufzeichnung ist. So wurde es heute morgen gemeldet. Denn morgen fängt der meteorologische Sommer an.

22 Mai 2011

Supermarathon auf dem Rennsteig

Jetzt habe ich sie also auch absolviert. Die Königsstrecke des Rennsteiglaufs. Angeblich die anspruchsvollste Ultrastrecke Europas mit 1470 Metern bergauf und 969 m bergab. Den höchsten Punkt hat man nach 61,7 km (endlich) erreicht. Noch nie bin ich während eines Wettkampf so weit gelaufen.
28 000 Liter Mineralwasser, 230 000 Trinkbecher, 27 000 Äpfel und Bananen. Dazu 1400 Müllsacke, 1500 Markierungschilder und unzählige Helfer. Vervollständigt wurde das ganze durch eine tolle Organisation, die familiäre Atmosphäre der Ultraläufer und dem Spaß, den ich trotz aller Anstrengung hatte. Das Wetter: warm, etwas schwül, aber nicht unangenehm. Die Schnellen und die Langsamen wurden nass. Ich hatte Glück und war immer da, wo es nicht regnete.
Schon im Vorfeld nötigte mir die Strecke einen gewissen Respekt ab. Wobei ich nicht weiß, ob es die Höhenmeter oder die Streckenlänge war. Wahrscheinlich beides. Mit dem Abholen der Startunterlagen war meine Nervosität aber verflogen.

Ich hatte mir die Strecke in drei Etappen eingeteilt. Inselsberg, Oberhof und das Ziel in Schmiedefeld. Und dort wollte ich spätestens um 16 Uhr, also nach 10 Stunden sein.

Morgens am Marktplatz war erst einmal großes Hallo. Bis ich alle begrüßt hatte, war es auch schon Zeit für den Startschuss. Der Genuss-Ultra - zu denen gehöre ich - lässt es am Ende des Feldes langsam angehen. Und schon am ersten Berg, nach einem Kilometer, ging ich.

Meine erste mentale Etappe, der Inselsberg, wollte erklommen werden. 25 Km immer leicht bergauf. Da hieß es Ruhe bewahren und die Strecke, soweit möglich, genießen. Alle 4-5 Km gab es abwechselnd eine Versorgungsstation oder eine Verpflegungsstation. Die Kilometer waren alle 5 Km angeschrieben. Am Inselsberg bin ich nach 3:22 h gut angekommen. Vielleicht ein bisschen langsamer als ich das geplant hatte, aber dafür habe ich mich gut gefühlt.

Jetzt ging es erstmal steil bergab, lauftechnisch! Auf nach Oberhof, Km 55. Immer leicht wellig, nicht so extrem steil bergauf wie teilweise auf den ersten 25 Km. Die Laufpassagen wurde länger. Hatte ich im ersten Abschnitt teilweise bis zu 50 Minuten für 5 Km gebraucht, waren es jetzt teilweise nur 30 Minuten. Schotterstrasse wechselte sich mit Waldwegen ab und auf den Höhen herrliche Aussichten. Auch wenn ich mir nicht wirklich die Zeit nahm, sie zu genießen.

Die letzten Kilometer bis Oberhof zogen sich. Manchmal dachte ich, Oberhof kommt nie. Aber dann, ein tolles Gefühl "einzulaufen", der Blick auf Km 55 und die Verpflegungsstation machte Beine.
Weiter ging es Richtung Ziel. Die kürzeste meiner mentalen Etappen. Und die Aussicht, dass nach Erreichen des höchsten Punktes, es endlich bergab geht. Streckenmäßig!

Ich fühlte mich immer noch gut. Keine Schmerzen, keine Müdigkeit, nur Stolz, Freude und Glück in mir.

Am letzten Verpflegungsstand dann auch der letzte Kick. Bierdoping!! Das gab nochmal so richtig Kraft. Dazu die Aussicht, dass es jetzt bis ins Ziel nur noch 4 Km sind bergab sind.

Und dann der Zieleinlauf.

Gänsehaut!
Zielkanal, Leute, die dir zujubeln.
Freude!
Es geschafft zu haben, diese 72, 7 Km mit einer Gesamthöhendifferenz von 2479 m.
Stolz!
Angekommen vor 16 Uhr.
Und dann nur noch:
Glücklich!
Glücklich darüber, diese Wahnsinnsstrecke und -Anstrengung so gut überstanden zu haben. Dabei geholfen haben mir: Rena, Martin, Inga und Markus, mit denen ich immer wieder Streckenabschnitte gelaufen bin.

Bilder zum Lauf dazu gibt es hier.

19 Mai 2011

(gemischte) Gefühle

In 48 Stunden bin ich schon auf dem Rennsteig unterwegs. Im Moment sitze ich in der Arbeit und habe ein Kribbeln in mir. So wie damals vor dem ersten Halbmarathon, dem ersten Marathon, dem ersten Marathon in New York. Diesmal der erste Lauf am Rennsteig. Wenn schon denn schon: dann auch gleich der Supermarathon.
Ich fühle Aufregung, Vorfreude, aber auch ein bisschen Angst.
Ich habe Herzklopfen, feuchte Hände, ein Kribbeln im Bauch.
Ich denke aber, wenn ich morgen Abend in Eisenach angekommen bin, die "Wettkampfluft" in mir aufsauge, ist alles verschwunden.
Dann herrscht nur noch Freude.
Freude, ganz viele Bekannte zu treffen, neue Menschen kennen zu lernen, die Stimmung in mir aufzunehmen.

Ultras sind ein eigens Völkchen, auf ihre Weise verrückt. Und ich gehöre dazu.
Freude, dass es dann bald losgeht.
Losgeht, auf eine Strecke, die ich vom Radfahren kenne.
Losgeht, auf eine Länge, die ich in einem Wettkampf noch nie gelaufen bin.
Ich weiß nicht, was da auf mich zukommt.
Ich weiß nur, dass ich laufen will, einfach so.
Durchkommen, ankommen, genießen.
Und diese Kribbeln in mir haben.

16 Mai 2011

Würzburg Marathon

Herrliches Wetter (meine Laufwetter), gute Stimmung und Organisation und eine Endverpflegung, die keine Wünsche offenließ. Das der Rundkurs in Würzburg nicht einfach ist, wusste ich vom letzten Jahr. Und es sollte ja nur noch ein letztes Training mit Wettkampfstimmung vor dem Rennsteig sein. Doch auch am Morgen wusste ich immer noch nicht was ich laufe. Marathon in 5 Stunden, Halbmarathon, aber in welchem Tempo, 30 Km ... ???

Frühmorgens in Würzburg überwog erst einmal die Freude, meine Freunde vom
Laufclub 21 wieder zu treffen. Elisabeth wollte den Halbmarathon laufen und ich entschloss mich spontan, mit ihr zu laufen. Das Entsetzen bei ihr war groß: "Du bist mir viel zu schnell !!!" Aber ich beruhigte sie, ich wollte ja langsam laufen und ihr Tempo war mir gerade recht. Nach 2:30 h waren wir im Ziel, glücklich und zufrieden (Bild).

So entspannt bin ich noch nie einen Wettkampf gelaufen. Mal nicht auf die Uhr schauen, ob der Schnitt passt und sich dann ärgern, dass man zu langsam ist. Nein, ich habe es richtig genossen. Irgendwann während des Laufs hatte ich dann eine tolle Erkenntnis. Sie kam mir, als uns jemand, mit den Worten "Auf geht's es ist nicht mehr weit!", anfeuerte. Da dachte ich so bei mir, jaja ... ich kann schneller laufen, ich kann weiter laufen, ich weiß das ich es kann und ich genieße es, es mal nicht zu tun. Allein für diese Erkenntnis hat es sich gelohnt nach Würzburg zu fahren. Denn dafür habe ich lange gebraucht. Zeitenjagd ist nicht das einzig Wichtige beim Laufen.

Meine Bilder findet ihr hier.

11 Mai 2011

Eigentlich ...

... gibt es nichts Neues zu berichten. Eigentlich!!!
Am Sonntag habe ich einen meiner "ganz normalen" Sonntagmorgenläufe gemacht. Nichts besonderes. Wie jeden Sonntag aufstehen, rein in die Laufschuhe und los. Nüchternlauf nennt man das wohl. Das mache ich seit längerer Zeit schon. Eigentlich nur, weil ich nach dem Frühstück sonst nicht loskomme. Sonntags mache ich normalerweise auch einen längeren Lauf. Letzten Sonntag wollte ich das aber nicht, denn ich hatte die Woche über schon gut und viel trainiert. Eigentlich!!!
Denn ich war so in Gedanken unterwegs. Gedanken darüber, dass es angenehm kühl im Wald ist, dass es unbedingt regnet müsste, weil die Tannenzapfen so trocken sind wie im Hochsommer. Dass der Trail, den ich am Donnerstag mit dem Rad gefahren bin, auch toll zu laufen ist. Und irgendwo habe ich die Abzweigung verpasst. Irgendwann war ich beim Wildgehege Veldensteiner Forst. Dort wollte ich eigentlich nicht hin. So waren es dann doch wieder 20 Km als ich daheim war.
Diese Woche lasse ich es ruhig angehen. Geplant habe ich zwei Läufe unter der Woche, den Einen habe ich gestern gemacht, den Anderen morgen. Heute wollte ich eigentlich Radfahren, aber 1. hatte ich irgendwie keine Lust, 2. wollte ich unbedingt ein Buch (Blutlinie) fertiglesen - ich ich auch getan habe. Nebenbei habe ich auch noch einen leckeren Rhabarberkuchen mit Baiser gebacken.
Am Sonntag fahre ich dann noch zum Marathon nach Würzburg. Eigentlich wollte ich dort den Marathon laufen, langsam mit einem 7er-Schnitt, als letztes Training vor dem Rennsteig-Supermarathon. Mittlerweile habe ich beschlossen, dass ich das nicht mache. Ich werde laufen, ich weiß nicht wie lange, wie weit, wie schnell. Ich werde laufen ohne meinenZeitchip, nur für mich. Ich werde teilweise auch mit den Marathonis vom Laufclub 21 laufen. Langsam, ohne Druck, (m)ein Sonntagmorgenlauf, nur eben im Rahmen eines Wettkampfs. Ich trainiere!! Ja, das Langsamlaufen für den Rennsteig, damit ich nicht die Geduld verliere, wenn es bis zum großen Inselsberg ca. 25 km immer leicht bergauf geht.
Und bevor ich es vergesse. Danke an alle, die mir bei meinem "Logistik"-Problem zum Rennsteiglauf wertvolle Tipps gegeben haben. Ein ganz besonderes danke an Jörg - meine Blognamens-"Vetter". Ich freue mich, dass ich dich nächste Woche endlich persönlich kennenlerne.

Zwei Fundstücke habe ich aber noch:

Als ich gestern an der Pegnitz entlanglief, habe ich eine Entenfamilie gesehen ... nicht ganz. Mutter-Ente mit acht Baby-Enten. Der Ausflug auf dem Wasser war so putzig anzusehen, dass ich stehengeblieben bin, um sie ein bisschen zu beobachten. Leider hatte ich, wie sooft, weder Kamera noch Handy dabei. Dafür habe ich dann abends fotografieren können.



Der Storch war auf der Wiese neben dem Haus und hat sich von (oder heißt es durch??) Nichts und Niemandem stören lassen.




Wie ihr gelesen habt: Eigentlich gibt es nichts Neues.

05 Mai 2011

es ist vollbracht

Nicht nur, dass ich das Layout meines Blogs (endlich) umgestellt habe. Gestern habe ich auch die 1000 Laufkilometer "voll" gemacht. Eigentlich wollte ich das schon im April schaffen, aber ich bin auch so zufrieden. Und irgendwie im Soll. Außerdem habe ich mich am Samstag für Biel angemeldet. So wie ein Marathonläufer einmal in New York laufen sollte - ich war schon zweimal dort und bestimmt nicht zum letzten Mal, so sollte ein Ultraläufer einmal nach Biel. "Irgendwann musst du nach Biel" heißt ein Buchtitel, ich kenne das Buch nicht, aber ich kann jetzt schon sagen: "Ich fahre diese Jahr nach Biel."
Im Moment habe ich aber ganz andere Sorgen. RENNSTEIG!!! Das Training dafür war gut, mittlerweile habe ich die Laufumfänge wieder reduziert. Sonntag in einer Woche laufe ich noch den Würzburgmarathon als langen Trainingslauf. Geplant habe ich da ein 7 min/Km Schnitt. Auch in Hinsicht auf Biel. Die üblichen Wehwehchen fangen an. Seit Montag habe ich Knieschmerzen; vor allem beim Bergabaufen. Naja, wird wieder!

Und angeblich ist der Supermarathon beim Rennsteig nicht so anstrengend wie der Alb-Marathon in Schwäbisch Gmünd. Und da bin ich gut durchgekommen. Nein, was mir mehr Sorgen als alles andere bereitet ist die Logistik. Wie komme ich hin? Wo schlafe ich? Wie mache ich das mit dem Transfer? Auto beim Start und dort schlafen? Oder Auto am Ziel und wo schlafen? Erst nachts hinfahren? Im Moment fühle ich mich total hilflos!! Wie macht ihr, die erfahrenen Rennsteigläufer, das?
Und sonst? Am Montag habe ich seit langem mal wieder einen Tempolauf gemacht. Wie immer total ungeplant. Ich war noch platt von den zwei langen Laufeinheiten am Freitag und Samstag und wollte ganz locker an der Pegnitz entlang laufen. Locker war das schon, aber auch schnell. Aber ich habe mich, bis auf die beginnenden Knieschmerzen, gut gefühlt. Dienstag habe ich dann nichts gemacht und gestern einen 90 minütigen, langsamen Hügellauf. Heute will ich Radfahren und morgen und am Sonntag noch mal je ca. 15 Km laufen.
Außerdem werde ich noch am Blog rumbasteln. Die Schrift ist ein bisschen klein. Blogs, die ich lese, will ich noch hinzufügen und, und, und.