28 Mai 2012

Inklusion

was für ein schreckliches Wort im Zusammenhang mit Menschen mit Behinderung. Inklusion klingt so negativ. Miteinander ist viel schöner. Noch dazu, wo Menschen mit Behinderung uns ohne darüber zu urteilen, zulassen, dass wir bei ihnen mitmachen. Sie schließen uns auch nicht aus, nur weil wir nicht behindert sind. Das habe ich bei der Eröffnungsfeier der Special Olympcis gemerkt. Hier noch ein kurzer Film von unserem Lauf und hier hat mich das Lokalblatt gewürdigt.
Das fiel mir am Samstag ein als ich laufen war. Das musste ich jetzt einfach mal schreiben. Am Samstag habe ich das erste Mal seit über 5 Wochen wieder richtig trainieren können. Und das trotz Hitze. Vorher war alles ein Qual. Zuerst Grippe, dann müde vom Hamburgmarathon und Rennsteig. Jetzt freu ich mich auf schöne Laufeinheiten in dieser Woche.

24 Mai 2012

olympischer Fackellauf mit Lebensfreude inklusive

... so ist das Motto der Lebenshilfe. Zwei solche Tage liegen hinter mir.
Am Sonntagmorgen um 6 Uhr war es endlich soweit. Countdown bis 21 und dann ging es los Richtung München, Olympiahalle. 
210 Km und 34 Stunden lagen vor uns. Ein bißchen Sorgen hatte ich davor. Nicht wegen der Lauferei. Da es sich um einen Staffellauf handelte, war nicht das Laufen das Problem. Eher die Zeit, die ich damit verbringen musste, im Bus zu sitzen oder auf die Läufergruppe zu warten. Aber der Wettergott hat es einmal mehr gut mit uns gemeint. Sonne und Wärme. So konnten wir uns immer während der Wartezeit die Zeit im Freien vertreiben. Bei Regen wäre das anders gewesen und der "Lagerkoller" wohl vorprogrammiert. So konnte man sich dann aber doch mal von der Gruppe entfernen. Wenn auch nicht weit, aber immerhin. Wobei man bei einer Gruppe von 80 Personen, immer wieder andere Gesprächpartner suchen kann.
Es ist wohl die größte Ehre, die einem Sportler zu teil werden kann: Fackelträger für das Special Olympics Feuer. Es gibt wohl nur Wenige, die das von sich behaupten können.Ein paar Kilometer durfte ich sie auch tragen, noch mehr habe ich sie laufend begleitet.
Jeder durfte mal. Hier trägt Simon Federer, unser Weltrekordler, die Fackel ...
... und hier Stefan.
Nicht überall war die Verpflegung so reichlich wie das Mitternachtsbuffet in Igertsheim. Es gab zwischendrin soviel Kuchen, dass ich mich meist nach einer Bratwurstsemmel gesehnt habe. Aber satt wurden wir nahezu überall.
Nach Igerstheim hieß es für fast alle ab zum Schlafen. Bis auf unsere 6 Helden, die die Fackel durch die Nacht trugen und der Versorgungstross. Nach drei Stunden Schlaf war bei mir die Nachtruhe schon wieder rum. Gott sei Dank gibt es davon kein Foto.
Frühstück der Nachtschwärmer im Franziskuswerk. Das Frühstück ließ keine Wünsche offen. Und auch das Duschen war eine Wohltat. Um 10:30 Uhr ging es dann weiter Richtung München.
Und auf einmal sind sie da: Die Berge. Ein grandioser Ausblick. Man konnte sogar den Olympiaturm schon sehen. Dort war unser Ziel: Die Olympiahalle. Vorher war aber noch ein bißchen schwitzen angesagt. Unser Wasserbedarf war enorm.
Und da wir ja nachhaltig arbeiten, mussten die Pfandflaschen gesammelt werden. Der Einfachheit halber hat Anita sie im Fussraum des Marathonimobils gesammelt. Ich hoffe nur, sie hat ihre Schuhe danach wieder gefunden.
An der Olympia Regattaanlage hatten wir Zeit. Zeit zum Erholen, die Füße ins Wasser zu hängen und mal die Ruhe genießen. Ich durfte dorthin laufen. Es war ein tolles Bild als ich unsere Gruppe sah, die auf uns Läufer wartete. Und obwohl in der Zufahrt niemand stand hatte ich Gänsehaut und Tränen in den Augen. Es war einfach ein tolles Gefühl. Die Vorfreude auf die Olympiahalle stieg. Und ich stellte mir die Frage, wie es wohl erst bei der Eröffnungsfeier werden wird, wenn ich schon da, wo niemand steht, solche Emotionen habe.
Genau im Zeitplan kamen wir im Olympiapark an. Erschöpft, aber glücklich. Hier stellen wir uns sozusagen fürs Zielbild auf. Mittlerweile war auch "unser" Fotograf Norbert Wilhelmi angekommen. Jetzt hatten wir noch etwas Zeit bis zur Eröffnungsfeier. Ich habe erstmal gegessen und mich ausgeruht, um gerüstet zu sein für die Eröffnungsfeier.
Und dann ist der Moment da. Wir ziehen mit der Fackel in die Halle ein. Für mich wirkt es wie der Einzug der Gladiatoren. Alle jubeln uns zu, jeder will unsAbklatschen. Es ist ein Wahnsinnsgefühl. Die Gänshaut ist unbeschreiblich und die Tränen kann ich auch nicht zurückhalten. Aber egal. Ich glaube es geht vielen nicht anders als mir, ob Athleten, Betreuer oder eben Fackelläufer.
Das Gänsehautfeeling ist auch Tage danach immer noch da. Aber ich sage mir, dass sind Momente, die du in deinem Leben nicht vergisst. Aber nicht nur das Erlebnis, des Fackeltragens, die Eröffnungsfeier, die ich als "Normaler" miterleben durfte. Nein, ich habe auch die Stunden mit den ganzen Gruppen intensiv erlebt und genossen. Und so anstrengend die beiden Tage mit wenig Schlaf auch waren, wieder einmal habe ich gesehen wie herzlich die Menschen mit geistiger Behinderung sind. Menschen wie du und ich, Lebensfreude inklusive.

22 Mai 2012

Eternal Flame - die Spiele sind eröffnet

Ich bin ich schon wieder zurück vom Staffellauf Fürth-München. Die Flamme haben wir gut dorthin gebracht und das Feuer brennt seit gestern Abend.
Auch habe ich schon alle Bilder gesichtet. Mehr geht noch nicht. Dieses Unternehmen hat Emotionen in mir hinterlassen, die ich noch nicht in einem Bericht zusammenbringe. Auch weiß ich nicht welche Bilder ich zeigen soll. Wenn ich die Mitschnitte der Eröffnungsfeier sehe, habe ich Gänsehaut. Und Tränen in den Augen. Genauso geht es mir, wenn ich die Bilder anschaue oder jemandem davon erzähle. Also habt bitte noch ein bißchen Geduld. Aber erste, professionelle Bilder gibt es hier.

18 Mai 2012

Testlauf für Eternal Flame

Jetzt habe ich es auch geschafft! Endlich mit der Fackel gelaufen! Endlich ein Bild mit der Fackel! Sie brennt noch nicht, dass Feuer kommt erst heute um 16 Uhr am Flughafen Nürnberg an. Mit 1,3 Kg ist die Fackel auch ungefüllt ganz schön schwer. Zumindest beim Laufen. Wobei man sie ja gut tragen konnte. Mit Feuer wird das schwieriger, weil man sie dann nicht so nah am Körper tragen kann. Das wird spannend!
Aber wir sind ja pro Etappe mindestens 5 Läufer, da kann man dann doch durchwechseln. Außer wenn ich mit Caro laufe. Sie trägt ganz eisern die Fackel und wenn der Arm abfällt. An jemanden weitergeben, da denkt sie gar nicht dran. Aber sie ist so stolz, warum also nicht. 
Mittlerweile sind auch erste Details der Eröffnungsfeier bekannt. Leider werden wir davon nicht viel mitbekommen, denn wir sind ja die "Hauptpersonen" und kommen ganz zum Schluß, um das Feuer zu entzünden.
Der Rucksack für das Unternehmen "Eternal Flame" ist auch schon gepackt und ich bekomme Gänsehaut, wenn ich nur daran denke. Und hier gibts noch ein paar Fotos vom Lauf gestern und hier ein Zeitungsbericht.

16 Mai 2012

Das olympische Feuer ist entzündet ...

... so oder ähnlich konnte man es letzte Woche überall in den Zeitungen lesen. Wobei es dort um die Olympischen Spiele in London geht.
Auch ich bin ganz im Bann des olympischen Feuers. Denn auch ich darf sie auf ihrem Weg tragen. Allerdings nicht auf ihrem Weg nach London. Ich trage das Feuer ein Stück nach München. Denn dort beginnen am 20.05. die Special Olympics, die olympischen Spiele der Menschen mit geistiger Behindeung. Und da mein Verein, der Laufclub 21, mit Menschen mit geistiger Behinderung läuft, haben wir die Ehre die Fackel von Fürth nach München zu tragen.
Ganz nach dem olympischen Motto - Dabei sein ist alles - habe auch ich mich bereit erklärt, mitzulaufen. Nein falsch! Ich habe die Ehre, mitlaufen zu dürfen. Und ich bin mächtig stolz darauf. Denn wann hat man schon Mal die Gelegenheit das olympische Feuer zu tragen.
Morgen starte ich den ersten Probelauf mit Fackel. Und zwar beim 21h Lauf bzw. beim Hard Run. Ursprünglich wollte ich die 21h komplett laufen, nicht mit Fackel! Aber dazu fehlt mir die Zeit. So werde ich morgen gegen 10 Uhr mit dem Laufen beginnen und wenn es mir gutgeht bis 18 Uhr dabeibleiben. Das entscheide ich aber spontan, denn ich muss erstmal schaun, wie ich den Rennsteig weggesteckt habe. Schließlich möchte ich ja fit für Sonntag sein, wenn wir dann loslaufen mit dem olympischen Feuer.

13 Mai 2012

Der Supermarathon am Rennsteig

Zurück vom Supermarathon am Rennsteig gibt es diesmal mehr Bilder als Text. Wie schon im letzten Jahr war es ein toller Lauf, der jedem Läufer alles abverlangt hat. Man darf auf dem Rennsteig einfach den Respekt nicht verlieren. Auch diesmal hatte ich meine drei mentalen Etappen: Inselsberg, Oberhof und das Ziel in Schmiedefeld.
Der Rennsteiglauf gilt als der schönste und anspruchvollste Ultra- bzw. Landschaftsmarathon Europas. Das Geschenk zum 40. Jubiläum: Teilnehmerrekord.
  
Frühmorgens am Start in Eisenach bin ich noch nicht so ganz fit. Obwohl es kalt ist und ein eisiger Wind weht. Gemeldet ist echtes Kerstin-Laufwetter ohne Regen. Vor dem Start muss ich noch meine Lauffreunde finden und begrüßen.
Mein Ziel ist Schmiedefeld vor 16 Uhr zu erreichen. Dann wären 10 h vorbei. Im Hinterkopf ist aber die 9:42 h vom letzten Jahr. Vielleicht kann ich die ja knacken? Trotzdem ist das Wichtigste das Ankommen.
Rennsteig heißt für das hintere Feld auch, dass man es gemütlich angehen läßt. Der Berg wird gegangen. So spart man Kraft . Hintenraus wird das belohnt. Allerdings geht man bei 1470 Metern bergauf schon lang und viel und die 969 Meter wieder runter sind auch nicht immer einfach.
Die Speise- und Getränkekarte. Natürlich gab es auch noch Bananene, Äpfel und Zitronen. Sehr lecker auch das Schnittlauchbrot und die geräucherte Wurst. Außerdem gab es noch Bockwurst, Salami- und Leberwurstbrot. Dazu Cola, Apfelsaftschorle, Tee, Wasser und Isogetränke. Und irgendwann auch Köstritzer. Das habe ich mir aber erst an der letzten Versorgungsstation gegönnt. 
Einer der etwa 1500 freiwilligen Helfer aus 30 Vereinen. Die Versorgung und Betreung vor, während und nach dem Lauf  ist hervorragend. Alle sind freundlich und die Streckenposten feuern immer an.
230000 Trinkbecher werden in 1400 Müllsäcken entsorgt. Wirklich müllvermeidend sind diese Läufe nicht. Am Rennsteig werden jedoch biologisch abbaubare Trinkbecher verwendet. Die armen Helfer, die die Becher alle aufsammeln müssen. Als Läufer macht man sich darüber keine Gedanken. Auch ich lasse den Becher einfach fallen, wenn der Becher vor dem letzten Mülleimer nach der Versorgungsstation noch nicht leer ist.
Und wem das Essen am Versorgungsstand doch nicht reicht, der kann sich gegenüber eine Wurst kaufen. 
Abseits der Laufstrecke gibt es immer wieder tote Bäume zu bewundern. Am Rennsteig wird sichtlich noch vieles der Natur überlassen. Ansonsten sieht man außer Wäldern nicht viel von der Landschaft. Aber ich finde, die Ruhe macht den Lauf so schön.
Nach 4:50 h war ich bei der Hältfe. Ein bißchen erschöpft, aber die Versorgungsstation lag schon in Sichtweite. Kurz vorher habe ich Rudolf kennengelernt. Er ist laufend helfend unterwegs. Und nachdem er den Laufclub 21 kennt, sind wir natürlich ins Gespräch gekommen.
Versorgungsstation. Wer hier nichts findet ist selbst schuld. Schade, dass ich während solcher Läufe fast nichts essen kann. Ich bevorzuge bei diesen langen Läufen Äpfel, dick in Salz eingetaucht. Alles andere mag mein Magen nicht. Sozusagen ein Diättag. Aber das hole ich am nächsten Tag wieder nach. Mit viel ungesundem Essen.
Am Rennsteig ist nicht die Länge das Problem, sondern die Höhenmeter. Es macht mir auch nichts aus, dass auf der Strecke kaum Zuschauer sind. Man kann die Strecke ja nur zu Fuss erreichen. Schlimmer ist der Belag. Man muss ständig aufpassen nicht über Wurzeln oder Steine zu stolpern. Dieses Jahr kamen nach dem Regen der Nacht noch Matsch und Pfützen dazu. Aber ein Trampelpfad hat sich immer gefunden.
Oberhof: mentale Teiletappe Nummer 2. Jetzt muss ich nur noch den Beerberg bezwingen und dann läuft es nach Schmiedefeld rein. Manche Berge dazwischen verdränge ich gerne. In Oberhof kann man auch mit Wertung aussteigen und mit dem Bus nach Schmiedefeld fahren. Ein verlockender Gedanke? Keine Sekunde habe ich damit verschwendet. Mir ging es gut, warum aussteigen? Es ist ein tolles Gefühl und Blick, Richtung Biathlonstadion zu laufen. Und es ist nicht mal mehr ein Halbmarathon bis ins Ziel.
Letztes Jahr hing das 60 Km Schild noch an einem Baum. Auch hier arbeitete ein Harvester. Den Weg hatte ich schmäler und wurzeliger in Erinnerung. Diese Jahr war er uneben und damit auch nicht gut zu laufen. Jetzt waren es nur noch 12,7 Km. Und mein 10 h Zeitziel noch fast 2 Stunden entfernt. Sollte es doch mit der neuen Bestzeit klappen?
Blick vom Beerberg. Der höchste Punkt ist erreicht. Die schlimmsten Steigungen sind vorbei. Ab jetzt konnte ich wieder mehr laufen als gehen. Und ich konnte schnell laufen. Schließlich ging es immer leicht bergab. So konnte ich viele Läufer wieder einholen, die ich ziehen lassen musste. Nicht weil sie schneller waren, sonder weil ich mal in die Büsche musste. Das kostet Zeit.
Aber nicht nur Wurzeln, Steine und Pfützen jeder Größe haben uns Probleme bereitet. Nein, es gab auch gefährliche Kurven, steinig und glatt. Da hieß es Tempo rausnehmen, um den Sturz zu vermeiden. Und da gab es einige. Vielleicht nicht hier in der Kurve, aber immer wieder auf der Strecke.
Und dann ist er da! Der erste Blick auf Schmiedefeld. Dort unten ist irgendwo das Ziel. Es sind zwar immer noch über 2 Km, aber wie sage ich immer: "Jetzt umkehren wär blöd!" Und bis auf einen Minihüppel geht es wirklich nur noch bergab. Mit der Freude auf den Zieleinlauf kommt die Gänsehaut, der Stolz, den Rennsteig wieder "bezwungen" zu haben. Ich bin sehr viel alleine gelaufen. Aber zu keiner Zeit kamen Zweifel auf. Und die Kilometer, die ich mit jemandem gelaufen bin, waren immer schön. Ich habe wieder viele Läufer kennengelernt. Endlich auch Eddy. Nicht Eddie the Eagle, sondern Eddy, dessen Blog ich mehr oder weniger regelmäßig lese und der sich jetzt auch Ultra nennen darf.
Geschafft!!! Im schönsten Ziel der Welt. Nach 72,7 Km und einer Höhendifferenz von 2439 Metern ist wohl jedes Ziel schön. Und es ist einfach herrlich nach dieser Strecke mit neuer Rennsteigbestzeit einzulaufen. Auch wenn es keiner weiß. 9:35 h, sieben Minuten schneller als letztes Jahr. Da hatte ich doch glatt Tränen in den Augen. Vor Glück, vor Stolz, vor "ichhabeeswiedergeschafft!!"
Im Ziel mit Medaille. Ein bißchen fertig schaue ich schon aus, aber nach der Distanz darf ich das auch. Das Schönste am schönsten Ziel der Welt ist das Zielbier, dass ich mir nach den obligatiorischen Zielbildern geholt habe.
Übrigens bin ich den Rennsteig in meinem neuen Laufrock gelaufen. Da ist die Dreiviertelhose am Rock angenäht. Wobei mein kurzes Laufröckchen schon besser aussschaut.
Jetzt werde ich erst einmal ein bißchen regenerieren. Schon bald heißt es für mich nämlich "Eternal Flame". Dazu aber in einem anderen Post bald mehr.
Während des Supermarathons habe ich überlegt, ob ich mir den Rennsteig nächstes Jahr ein drittes Mal gebe. Zu einem Ergebnis bin ich während des Laufes nicht gekommen. Eine Tendenz zum "Nein" war bzw. ist vorhanden. Aber sag niemals nie. Oder um es mit Franz Beckenbauer zu sagen: "Schau mer mal!" Wiederholungtat nicht ausgeschlossen.

09 Mai 2012

Dieses Kribbeln im Bauch ...

... das man nie mehr vergißt, heißt ein Lied von Pe Werner. 
Dieses Kribbeln, nein, dass andere Kribbeln habe ich im Bauch. Das Kribbeln vor einem großen Lauf. Der Rennsteig steht vor der Tür, ich freu mich drauf. Gerade habe ich den Blogeintrag vom letzten Jahr gelesen und ich muss sagen, dass es mir wieder so geht. Respekt, aber auch riesige Vorfreude. 

Was ist anders dieses Jahr?

Ich weiß, was auf mich zu kommt.
Diesmal reise ich erst in der Nacht an. Also kaum Schlaf vor dem Lauf.
Emotionaler wird es wohl werden, denn ich laufe den Supermarathon auch für meinen Abreitskollegen, mit dem ich dort laufen wollte. Zwei Tage, nachdem wir das ausgemacht hatten, ist er tödlich verunglückt. So nehme ich ihn jetzt in Gedanken mit.
Ich bin so verrückt, dass ich auf meinem Handy als Klingelton das Rennsteiglied habe.

Sonst noch was? 

Auch dieses Jahr möchte ich die Strecke unter 10 Stunden laufen, gesund ankommen und viel Spass haben.
Ich möchte alle meine Freunde treffen, vor, während oder nach dem Lauf.
Abends stehen wir dann wieder in Badalatschen auf der Bierbank und singen das Rennsteiglied.

Diese Kribbeln im Bauch, das man nie mehr vergißt ... da ist es wieder diese Rennstigkribbeln.
Ich bin gerüstet, in jeder Hinsicht! Rennsteig ich komme.

08 Mai 2012

Alles ganz ruhig

So lautet mein Motto der letzten Tage. Am Wochenende habe ich gar nichts gemacht. Hat auch mal ganz gut getan. Gestern bin ich dann wieder laufen gewesen. 16 Km an der Pegnitz entlang. Die Schwäne habe direkt beim Weg ein Nest gebaut. Die nächsten Male muss ich die Kamera mitnehmen, damit ich die jungen Schwäne fotografieren kann.
Heute geht es mir gut. Die Oberschenkel sind wieder in Ordnung, die Grippe scheint auskuriert zu sein. Trotzdem werde ich diese Woche nicht mehr laufen. Einmal Moutainbiken, mehr nicht. Schließlich will ich ausgeruht sein, wenn es am Freitag Richtung Rennsteig geht. Ich freue mich so richtig auf den Lauf. Es ist ja auch keinerlei Druck da.

05 Mai 2012

Laufimpressionen

erster Blick Richtung Hafen

Blick zur Kennedybrücke

so lässt sich's aushalten

Nichtläufer - aber trotzdem schön, dass sie da sind

Michel - diesmal ohne Baguette

Champgner leider nicht für alle

Banane für alle

eine der vielen Bands
Wasser für alle

und überall Zuschauer

04 Mai 2012

Laufen, Radfahren, Riechen

der Löwenzahn blüht
Das Lauftraining gestern erwies sich als äußerst schwer. Die Oberschenkel wollen immer noch nicht. Das hatte ich noch nie. Weder während eines Marathons, noch danach. So habe ich beschlossen mein Training vor dem Supermarathon am Rennsteig zu ändern. Geplant hatte ich vier Laufeinheiten, insgesamt um die 50 Km und zwei Radeinheiten. Nach meinen gequälten 12 km von gestern, werde ich das Laufen nicht mehr forcieren. Lieber eine dritte Radeinheit machen. Heute habe ich eine für unsere Gegend sehr flache Tour gemacht. Insgesamt knapp 32 Km mit gerade mal 400 Höhenmetern. Beim Radfahren merke ich meine Oberschenkel gar nicht. Nicht mal beim Bergauffahren.
Sowohl gestern beim Laufen als auch heute beim Radfahren hat mich der Duft der Natur fasziniert. Sport mit und für alle Sinne.
nicht nur schön fürs Auge, das duftet auch





02 Mai 2012

Hamburg: hart, aber toll

im Ziel mit Medaille
Das war wohl der härteste Marathon meines Lebens.
Aber: Hamburg ist eine Reise wert. Diese Stimmung an der Strecke ist unbeschreiblich. Da bin ich bestimmt nochmal dabei.
Am Sonntagmorgen war wirklich Kerstin-Laufwetter. Bedeckt, kühl, gut den Wind hätte ich nicht gebraucht, aber abstellen konnte ich ihn ja auch nicht. Allerdings fühlte ich mich nicht danach 42,195 Km zu laufen.
Aber schon kurz nachdem ich mich Richtung Start aufgemacht hatte, hatte ich es schon. Dieses Marathonfeeling und das breite Grinsen im Gesicht, das Dazugehören. Startbeutelabgabe, anstellen am Dixieklo, Freunde treffen und Durchkämpfen zum Startblock. Die Zeit verging wie im Flug. Und ich fühlte mich besser. 4-5 Stunden hatte ich mich vorgenommen, gemütlich laufen. So habe ich das dann auch genmacht. Bis zum Halbmarathon habe ich mich wirklich gut gefühlt und war mit 125 Minuten nicht so schlecht unterwegs.
Dann aber spürte ich langsam meine Oberschenkel. Also Tempo raus. Gehen musste ich zu keiner Zeit, aber bei Kilometer 33 habe ich mir vier Minuten Massage gegönnt. Wunderbar. Danach lief es wieder besser.
Im Ziel war ich dann doch froh, dass es vorbei war. Stolz bin ich auf meine Medaille. Wobei ich auf dem Bild gar nicht so kaputt ausschaue, wie ich mich gefühlt habe. Und dann habe ich wieder das Marathonfeeling genossen, das Feeling danach.
Mehr Bilder kommen im Lauf der Woche. Es war eine schöne Strecke, nie langweilig, denn es gab immer was zu sehen. Nicht wie bei so manchem Stadtmarathon, wo man ewig durch Industriegebiete läuft.
Jetzt werde ich erstmal versuchen den Schnupfen loszuwerden, damit ich für den Rennsteig fit bin. Nicht das ich schreiben muss: "Rennsteig: hart, aber toll".